06. Juli 2013 – „Frauenfeindlichkeit – Antifeministische Männerbewegungen“

maskulisten„Die antifeministische Männerbewegung hat sich Frauen und ihre emanzipatorischen Errungenschaften zur Zielscheibe ihrer Angriffe erkoren. Neben einer Analyse der Absichten und Strategien dieser Bewegung steht die Frage nach dem Umgang mit solchem Verhalten. Wie kommen wir auf die Ebene konstruktiven Dialogs zurück?“ Gemeinsam mit Dr. Ulrike Haerendel, stellvertr. Direktorin der Evangelischen Akademie in Tutzing, Barbara Roth, Mitglied im Ortsvorstand von Neuhausen-Oberwiesenfeld der CSU, Katharina Schulze, Stadtvorsitzende der Münchner Grünen und Jutta Höcht-Stöhr, Direktorin der Evangelischen Stadtakademie, haben wir diese Konferenz geplant und durchgeführt.

Neben den Vorträgen u.a. von Hinrich Rosenbrock und Isolde Aigner hat es verschiedene Workshops gegeben. Ich habe den Workshop zu Maskulisten in den neuen Medien moderiert, zu dem der inhaltliche Input von der Bloggerin Theresa Bücker kam. Hier habe ich kurz zusammen gefaßt, was wir aus dem Workshop mitgenommen haben:
Der Feminismus hat eine deutliche Wiederbelebung durch das Netz und durch Blogs erfahren. Generationenübergreifend werden im virtuellen Raum Erfahrungen ausgetauscht. Das Netz bietet die Chance zur demokratischen Teilhabe, kann den Feminismus stärken und bietet Schutz durch die mögliche Anonymität.
Auf den ersten Blick scheint das Internet ein neutraler, geschlechtsloser Raum zu sein, aber auf den zweiten Blick erkennen wir, dass die gesellschaftlichen Strukturen nachgezeichnet werden. Frauen haben nicht die gleiche Teilhabe am Netz, wie Männer. Also gilt es für uns, das Netz zu erobern!
Für Blogs von Online-Medien ist die ernsthafte Interaktion mit den Redakteuren von großer Bedeutung. Wenn es einen guten Austausch mit den AutorInnen gibt, steigt die Qualität des Diskurses. Leider führt wirtschaftlicher Druck dazu, dass wenig moderiert wird. Ernsthafte Kommentare oder Austausch findet eher über private Blogs statt, da hier viel mehr moderierend eingegriffen wird und viel öfter Moderationsrichtlinien zugrunde liegen.
Der oft unsachliche und agressive Ton und die massive Präsenz von Maskulisten, die „Wellen“ von Beiträgen, sowie Shitstorms, in den Blogs der online-Medien hält Frauen i.d.R. eher davon ab, an den Diskussionen teilzunehmen. Diese Methode wird auch „Silencing“ genannt, denn sie führt dazu, dass sich besonders Frauen aus den Diskursen zurück ziehen. Ein Verlust an weiblichen Stimmen im Netz.

Eine spannende Gegenbewegung dazu ist der online-Pranger „Hatr“ und die Strategie „Don’t feed the trolls“, was so viel heißt, wie „ignoriert die Deppen“.
Und es ist wichtig selber Mehrheiten zu schaffen, geschlechterübergreifend. Auch die pro-feministischen Männer müssen mit ins Boot geholt werden.
#Aufschrei – übrigens eine „untrollbare Aktion“ – hat gezeigt, dass wir auch selber durch Agenda Setting Öffentlichkeit erlangen können und den online-Diskurs mitbestimmen.
Es ist wichtig zu erkennen: online und offline sind gleich zu bewerten. Was im Netz schief läuft, schadet auf allen Ebenen.

Wir wollen auch im Netz einen sicheren Raum mit Redefreiheit.

Und last but not least: Theresa Bücker freut sich sicher, wenn Sie auf ihrer Seite „flannel apparel“ oder ihrem Blog „Fräulein Tessa“ vorbei schauen.

 

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