09. August 2013 – „Ich mache Frauenpolitik, weil … „

Logo gruene_frauen_auf_gruen

– weil Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind
– weil Frauen in Führungspositionen und ganz besonders in Vorständen und Aufsichtsräten immer noch dramatisch unterrepräsentiert sind – es ist nachgewiesen, dass gemischte Teams besser funktionieren und wirtschaftlich erfolgreicher sind, aber für mich ist das in erster Linie eine Gerechtigkeitsfrage
– weil Frauen künftig Altersarmut droht und sie schon heute nur etwa halb soviel Rente bekommen wir Männer
– weil junge Frauen sich bei der Berufswahl immer noch auf 10 „Frauenberufe“ selbst beschränken und damit schon den ersten Schritt in Richtung Altersarmut machen
– weil jede 4. Frau in ihrem Leben einmal von Gewalt betroffen ist

In der Süddeutschen Zeitung stand dieser Tage zu lesen: Deutlich über die Hälfte der Menschen in Armut in Bayern sind Frauen. Und die Deutsche Rentenversicherung hat festgestellt, dass bundesweit etwa 10% der erwerbstätigen Frauen aufstocken müssen. Das führt ganz direkt in die Altersarmut.
Die Zahl der MinijobberInnen ist deutlich gestiegen und 70% dieser geringfügig Verdienenden sind Frauen, damit können sie aber keine Rentenanwartschaften erwirtschaften. Im Moment mag die Entscheidung, in einem Minijob zu arbeiten vielleicht Sinn machen, aber frau kommt dann aus dieser Falle schlecht wieder heraus und langfristig im Lebensverlauf macht das erst recht keinen Sinn mehr.
Frauen tragen die Folgen der unterschiedlichen Lebensentwürfe – Es wäre gut, wenn Arbeit, bezahlte und unbezahlt, besser verteilt würde.

Vom Bayerischen Landesarbeitskreis für Frauenpolitik über das Frauenreferat der Bayerischen Grünen zur Bundesarbeitsgemeinschaft für Frauenpolitik, deren Sprecherin ich bin …
… diese Arbeit möchte ich sehr gerne, mit den Stimmen der Wählerinnen und Wähler in meinem Stimmkreis, in der nächsten grünen Bundestagsfraktion fortsetzen.

Der 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, der eigentlich die Grundlage für eine konsistente Gleichstellungspolitik sein sollte, ist in einer Schublade verschwunden. Das ist eine echte Herausforderung, sowie die aktuelle Ministerin eine echte Provokation für jede Frauenpolitikerin ist.

Was wir derzeit erleben ist zutiefst widersprüchlich: auf der einen Seite das Unterhaltsrecht, dass die eigenständige Existenzsicherung fordert von dem erziehenden Elternteil fordert, sobald das jüngste Kind drei Jahre alt ist und auf der anderen Seite das Betreuungsgeld, da einen Anreiz setzt zuhause zu bleiben.

Was würde ich gerne lieber heute als gestern in Angriff nehmen:

  • Unser frauenpolitisches Schlüsselprojekt aus dem Wahlprogramm: Eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen = die Absicherung der eigenen Existenz
  • Rentenbeiträge für Minijobs
  • Schrittweise hin zur Individualbesteuerung
  • Kindergrundsicherung
  • Mindestlöhne
  • ein Paritätsgesetz

Und momentan mein besonderes Steckenpferd: Die Darstellung von Frauen im Öffentlichen Raum, sexistische Werbung. Diese Bilder prägen die Art, wie Frauen wahrgenommen werden, suggerieren sexuelle Verfügbarkeit und zementieren überholte Rollenbilder. Dagegen würde ich gerne etwas unternehmen.

Share