10. September 2013 – ‚Man(n) redet nicht über Geld – Frau schon!‘

Frauen reden über Geld4Karl Lagerfeld hat kürzlich in einem Interview gesagt, dass man nicht über Geld spricht, ganz besonders, wenn man keines hat. Ich seh‘ das anders!

Wir, das sind Birte Pampel von ‚Geld mit Sinn‘, Heidi Schiller, Landtagskandidatin Bündnis 90/Die Grünen und ich, wollen heute über Geld sprechen. Genaugenommen über Frauen und Geld.

Geld bedeutet Auskommen und Einfluss, ist dringend zum Leben erforderlich, extrem nützlich und kann zu guten Zwecken eingesetzt werden. Mir fällt die Aufgabe zu, aus meiner Warte als Frauenpolitikerin etwas zu den Herausforderungen von ‚Frauen und Geld‘ zu sagen.

Besonders beschäftigt mich, dass Frauen im Durchschnitt nur etwa halb so viel Rente bekommen wie Männer. Wir haben zwar aktuell noch kein großes Problem mit Altersarmut bei Frauen, denn derzeit ist Armut bei uns eher weiblich und jung. Aber weiblich wird sie bleiben, nur älter wird sie werden. Eine Studie der Deutschen Rentenversicherung sagt aus, dass heute jede 10. erwerbstätige Frau aufstocken muss. Und genau da kommt eine Welle von Altersarmut auf uns zu.

Alle wissen, dass wir Grüne gerne eine Geschlechterquote für Aufsichtsräte hätten, um damit auf der einen Seite Vorbilder zu schaffen und auf der anderen Seite dafür zu sorgen, dass Firmen schon auf den unteren Ebenen damit beginnen, Frauen entsprechend zu berücksichtigen. Aber auch auf den obersten Ebenen der börsennotierten Unternehmen sehen wir, dass auch hier Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Standard&Poors hat die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA untersucht und festgestellt, dass unter den Spitzenverdienenden nur 8% Frauen sind und die auch noch fast ein Fünftel weniger verdienen. Bei den Beträgen, um die es da geht, ist das wohl eher ein Luxusproblem.

Aber wieder zur ‚Normalfrau‘ – sollte es so etwas überhaupt geben – zurück: Bei uns arbeiten unendlich viele Frauen in enorm schlecht bezahlten Jobs, unendlich viele Frauen arbeiten in Minijobs und verdienen ein ‚Taschengeld‘, ohne Rentenansprüche zu erwirtschaften. Trotz guter Studienabschlüsse gelangt nur eine verschwindend kleine Zahl von Frauen in die DAX Vorstände und Frauen verdienen im Durchschnitt 22 – 23% weniger als Männer.

Zusammengefasst:
Frauen brauchen eine ordentliche Rente,
ein anständiges Einkommen,
eine eigenständige finanzielle Absicherung.

Kurz: Frauen brauchen Geld!

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