12. Februar 2016 – ‚Älter werden in einer älter werdenden Welt‘ – Besuch in Münchner Alten- u. Servicezentren

Heidi Schiller, Kreisvorsitzende der Münchner Grünen, und Frau Schmidt-Deckert vom ASZ Maxvorstadt

Heidi Schiller, Kreisvorsitzende der Münchner Grünen, und Frau Schmidt-Deckert vom ASZ Maxvorstadt

Als Demografiepolitikerin beschäftige ich mich mit Fragen der Generationengerechtigkeit, der Situation von jungen Menschen in einer älter werdenden Gesellschaft, aber natürlich auch mit den Herausforderungen vor denen die größer werdende ältere Generation heute steht.

Wie können älteren, nicht mehr so mobile Menschen, gleichberechtig an unserer Gesellschaft teilhaben? Wie können Sie ein selbstbestimmtes Leben führen? Wie sieht die Versorgung und Einbindung vor Ort aus?

Um einmal einen ganz konkreten Blick auf die Altenarbeit in den Münchner Stadtvierteln zu werfen habe ich heute gemeinsam mit unserer Stadtvorsitzenden Heidi Schiller die Alten- und Service-Zentren (ASZ) Milbertshofen und Maxvorstadt besucht.

Das erklärte Ziel der Alten- und Service-Zentren in München ist es, ältere und älterwerdende Menschen durch Beratungs- und Unterstützungsangebote in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, sie vor Vereinsamung, Isolation und Ausgrenzung zu schützen und ihnen den Verbleib in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Neben stationären Beratungsangeboten in den Alten- und Service-Zentren gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei auch proaktiv auf die Seniorinnen und Senioren zu, um ihnen Angebote zu machen.

Jubiläumsalbum Maxvorstadt

Jubiläumsalbum Maxvorstadt

Wichtig ist, dass der Staat sich bei der Versorgung der immer größer werdenden Gesellschaftsgruppe älterer Menschen nicht aus der Pflicht nehmen darf. So berichtete uns die Sozialpädagogin Stefanie Tischbierek aus dem ASZ Milbertshofen davon, dass sie dort für die Finanzierung notwendiger Leistungen immer häufiger auf die Mittel von Stiftungen zurückgreifen müssten. Staatliche Mittel seien entweder nicht ausreichend vorhanden oder der Zugriff darauf bedürfe eines unverhältnismäßig großen bürokratischen Aufwands und langer Wartezeiten.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus dem Betrieb der Alten- und Service-Zentren nicht mehr wegzudenken. Sie begleiten Seniorinnen und Senioren zu Arztbesuchen, dekorieren Räume vor Festen, erledigen Hausmeister-Tätigkeiten und helfen überall, wo im Alltag der ASZs Hilfe gebraucht wird. Zahlreiche Münchner ASZs wurden und werden gemäß eines Stadtratsbeschlusses zu sogenannten ASZplus weiterentwickelt. Das bedeutet, dass Stellen aufgestockt und Tätigkeitsbereiche ausgeweitet werden. Eine wichtige Entwicklung, da die große Gruppe der ‚Baby-Boomer‘ jetzt dann nach und nach in das Alter kommt, diese Angebote in Anspruch zu nehmen.

Spannend fand ich auch Angebote des ASZ, die sich vor allem an „jüngere Alte“ richten, die Generation zwischen Erwerbsleben und „echtem“ Alter. Für diese – aber natürlich auch alle anderen, die sich dafür ausreichend fit fühlen – bietet das ASZ Milbertshofen beispielsweise Zumba-Kurse an, die immer ‚voll‘ sind. So wie auch die vielen anderen Freizeitangebote.

Groß geschrieben wird in den ASZ’s auch die präventive Arbeit, die ein gelungenes Leben im Alter zum Ziel hat und einer Altersdepression vorbeugen soll. Wie behalte ich als alter Mensch die Kontrolle über mein Leben? Wie sorge ich selber dafür, dass es mir gut geht? ‚Nicht der alte Schuh, sondern der alte Wein!‘ Natürlich verliert man als alter Mensch bestimmte Fähigkeiten, trotzdem ist Lebensfreude möglich … anders als zuvor.

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