12. März 2015 – Agentur für Arbeit München

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Mit Harald Neubauer

Im Rahmen des Demografischen Wandels verändert sich die Bevölkerungsstruktur in Bayern. Während manche Regionen um jede EinwohnerIn kämpfen, wachsen städtische Gebiete wie der Großraum München stetig. Menschen wandern vom Dorf in die Städte, in denen sich der Altersdurchschnitt dadurch erhöht. Große Generationen werden älter und im Verhältnis dazu werden weniger Kinder geboren, die den Altersdurchschnitt senken würden.

Der Renteneintritt der Älteren kann derzeit nicht vollständig durch das Nachrücken von Auszubildenden und StudienabgängerInnen kompensiert werden. In dieser Situation ist es wichtig, die Übergabe von Fachwissen und Berufserfahrung sicherzustellen.

Ich habe mich mit Harald Neubauer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München, getroffen, um mich mit ihm über Fachkräftesicherung speziell in München auszutauschen.

Es gibt in München nur eine/n Jugendlichen auf zwei Ausbildungsplätze. Schon deshalb ist es schwierig, alle Lehrstellen zu besetzen. Aber es gibt noch eine Reihe von anderen Gründen, warum sie nicht besetzt werden können. Bürokratische Hürden, zu wenig oder zu späte Information und geringe Anreize sind nur einige davon.

EmpfängerInnen von Arbeitslosengeld II, die eine Ausbildung beginnen, wird die Ausbildungsvergütung beispielsweise vollständig auf das Arbeitslosengeld angerechnet, so dass unterm Strich meist nicht mehr Geld übrig bleibt. Der Anreiz, eine Ausbildung zu beginnen ist daher nicht gerade hoch.

Jugendliche aus prekären Verhältnissen machen häufig schon in der Schule die Erfahrung zu scheitern. Es ist wichtig, sie schon in der Schulzeit zu fördern und ihnen frühzeitig eine Perspektive für ihr späteres Berufsleben aufzuzeigen. Eine Möglichkeit dazu wären Jugendberufsagenturen, wie es sie in Hamburg oder Berlin bereits gibt.

Auch Asylsuchenden wird es schwer gemacht, eine Arbeit aufzunehmen oder eine Ausbildung zu machen. Viele Flüchtlinge haben in ihrem Herkunftsland bereits eine Ausbildung absolviert und könnten in Deutschland in dem erlernten Beruf arbeiten. Leider gibt es für die Deutschkurse, die das Bundesamt für Migration und Flucht anbietet, lange Wartelisten. Und Deutschkurse, die von den Arbeitsagenturen angeboten werden, dürfen nur an Personen vergeben werden, die bereits mindestens vier Jahre in Deutschland leben und sind deshalb für Geflüchtete kaum eine Alternative.

Gesetzliche Nachbesserungen in diesem Bereich sind dringend erforderlich, wenn wir dem demografischen Wandel begegnen und das Fachkräfteangebot sichern wollen. In den kommenden Monaten werde ich mich mit der Demografie-AG meiner Fraktion im Bundestag unter anderem mit den Themen Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel und Migration beschäftigen.

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