13. April 2016 – Ausschreibung Generationengerechtigkeits-Preis

160413 Plakat Generationengrechtigkeitspreis SRzG

Das Plakat der Ausschreibung

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) vergibt, angeregt und finanziert durch die Stiftung Apfelbaum, den Generationengerechtigkeits-Preis in Höhe von insgesamt 10.000 €. Mit dem Preis will die SRzG die gesellschaftliche Diskussion über generationengerechte Politik fördern, ihr eine wissenschaftliche Grundlage verleihen und Handlungsperspektiven eröffnen. Die Ausschreibung richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen.

Der Preis steht unter dem Motto: „Verfassungen als Ketten?“


Worum geht es?

Es liegt in der Natur der Sache, dass Verfassungen intergenerationelle Dokumente sind. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist beabsichtigt, dass sie für viele Generationen Bestand haben. Die Verfassungen schreiben die grundlegenden Regierungsinstitutionen fest, verankern die fundamentalen Werte eines Volkes und stellen bestimmte Fragen, die außerhalb der Reichweite einfacher Mehrheiten liegen. Verfassungen, insbesondere in Schriftform, sind häufig absichtlich nur schwer zu verändern. Die Frage vom Wechselspiel der Verfassungen zu zukünftigen Generationen hat mindestens zwei verschiedene Aspekte:

Einerseits bieten Verfassungen die Möglichkeit, den Gesichtspunkt der Rechte zukünftiger Generationen festzuschreiben und sind dazu in der Lage, zukünftige Generationen gegenüber den Handlungen der gegenwärtigen Mehrheiten bei Wahlen zu schützen. Andererseits können die gesetzlichen Bestimmungen einer Verfassung mit der Zeit überholt sein und die Fähigkeit der Mehrheiten in der Zukunft einschränken, auf die wirklichen Probleme in einer Art und Weise zu antworten, die als notwendig und richtig angesehen wird.

Mögliche Fragestellungen könnten sein:

  • Brauchen wir einen permanenten oder in regelmäßigen Abständen einzuberufenden Verfassungskonvent? Wie könnte er ausgestaltet sein? Welche Kompetenzen sollte er haben? Wie sollte er zusammengesetzt sein? Welche Rolle könnten junge Menschen in ihm spielen?
  • Wie kann das Legitimitätsproblem eines solchen Verfassungskonvents gelöst werden?
  • Gibt es Beispiele in anderen Ländern, wo Verfassungen regelmäßig geprüft und angepasst werden?
  • Welche Rolle spielen Verfassungsgerichte? Sind sie Hüter früherer Regelungen und stehen somit als Gegenspieler von Verfassungskonventen dar?
  • Sind Ewigkeitsgarantien in Verfassungen generationengerecht? Nimmt man mit diesen Garantien den zukünftigen Generationen die Möglichkeit, selber über ihre Zukunft zu entscheiden? Oder sichert man die Weiterexistenz bewährter Regelungen zum Wohle kommender Generationen?
  • Wo und in welcher Form sind junge Menschen aktiv an Debatten über die Verfassung in ihrem Land beteiligt? Welche Lehren können aus ihren Erfahrungen gezogen werden?
  • Gibt es Gründe, angesichts der starren Herausforderung dieser Thematik verfahrensrechtliche Antworten materiell-rechtlichen Antworten vorzuziehen

 

Einsendeschluss ist der 1. August 2016.

Die kompletten Ausschreibungsunterlagen können Sie unter kontakt@srzg.de anfordern.
Die formalen Anforderungen finden Sie hier.

 

 

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