13. Mai 2016 – Lektüretipp: DJI-Studie „Jugend im Blick“

160513 DJI-Studie Lebenssituation von Jugendlichen in laendlichen RegionenAufwachsen auf dem Land – für viele klingt das nach Idylle, nach Weite und Natur. Andere denken an Krise, an „ausgeblutete“ Orte und Perspektivlosigkeit. Zwischen diesen Extremen bewegt sich meist die Diskussion über ländliche Räume. Dennoch liegen für diese Räume nur wenige aktuelle Forschungen zu den Lebensverhältnissen dort vor. Dies ist insofern verwunderlich, als dass die Bedeutung von jungen Menschen für die Vitalität ländlicher Räume immer wieder betont wird und Jugendliche durch ihre Abwanderung eine „Abstimmung mit den Füßen“ herbeiführen.

Während viele mit dem demografischen Wandel in erster Linie die Sicherung der Lebensqualität der älteren Generationen verstehen, sind es gerade in ländlichen Gegenden Kinder und Jugendliche, welche die Auswirkungen zuerst zu spüren bekommen, etwa indem sie sich in ihren Wohnorten einer zunehmenden Vereinzelung sowie der Schließung von Schulstandorten und Freizeitangeboten gegenübersehen. Vor diesem Hintergrund entstand das Vorhaben, die Bedingungen des Aufwachsens von jungen Menschen in ländlichen Räumen differenziert zu untersuchen. Dafür entwickelte das Deutsche Jugendinstitut die Projektstudie „Jugend im Blick – Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen“, um die aktuelle Lebenswirklichkeit von Jugendlichen in strukturschwachen ländlichen Räumen deutschlandweit abzubilden.

Vieles Erkenntnisse und Forderungen aus dem Bericht kann ich nur unterstreichen. An den bundespolitischen Stellschrauben arbeite ich seit Beginn dieser Wahlperiode intensiv. Um hier nur stellvertretend drei Punkte zu nennen:

  • Partizipation von Kindern und Jugendlichen: jugendgerechte Ansätze, Wahlalter absenken, Schülervertretungen stärken (vgl. hierzu auch meinen Partizipations-Antrag)
  • bessere Rahmenbedingungen für Zuwanderung: leichtere Anerkennung von Qualifikationen, mehr Deutsch- und Integrationskurse, ein Einwanderungsgesetz.
  • Förderung ländlicher Räume: flächendeckender Breitbandausbau, besserer ÖPNV, mehr mobile Angebote

Den vollständigen Abschlussbericht gibt es unter http://www.dji.de

 

Zum Hintergrund:

Das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) ist eines der größten sozialwissenschaftlichen Institute für Forschung und Entwicklung in Deutschland in den Themenbereichen Kindheit, Jugend, Familie und den darauf bezogenen Politik- und Praxisfeldern. Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, föderalen Ebenen, Akteursgruppen, Politikbereichen und Fachpraxen bietet es aktuelle Erkenntnisse aus der empirischen Forschung, zeitnahe wissenschaftsbasierte Politikberatung.

Der Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“ steht in einer Forschungstradition des DJI, die auch die Strukturen und Institutionen, Politiken und sozialen Folgen der Veränderungen des Übergangssystems zum Gegenstand gemacht hat.

 

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