13. September 2013 – „Manche Spuren menschlicher Existenz verblassen schneller als andere“ – Lesung

Allgäuerinnen LesungLesung aus dem Buch ‚Allgäuerinnen‘  im SchauRaum am Ackermannbogen in München.
Auf meine Einladung liest der Historiker Maximilian Strnad aus seinem Text ‚Manche Spuren menschlicher Existenz verblassen schneller als andere‘. Herr Strnad hat das Schicksal vom Menschen untersucht, die in der Nazi-Zeit in ‚Mischehen‘ gelebt haben. Teil nehmen auf dem Panel an der anschließenden Diskussion auch Barbara Lochbihler und Dr. Sabine Schalm, die das Buch gemeinsam herausgegeben haben, und Janne Weinzierl von der Stolperstein Initiative.
Der Beitrag von Herrn Strnad trägt dazu bei, dass wir nicht zulassen, dass Schicksale von Menschen in Vergessenheit geraten, die in der NS Zeit so unendlich gelitten haben. Ich bin dankbar, dass er die Geschichte von Annemarie und Ursula Guggenheimer aufgeschrieben hat, deren Existenz sonst spurlos geblieben wäre.
Auch die Stolpersteine helfen, das Schicksal Einzelner in Erinnerung zu behalten. Sie bringen uns dazu, im Alltag innezuhalten und weisen uns darauf hin, dass in diesem oder jenem Haus Menschen gelebt haben, die Opfer der Nazis geworden sind.
Wir haben am Ende der Lesung Spenden gesammelt, um einen Stolperstein für Alfred Guggenheimer verlegen zu lassen. Im Laufe der Diskussion haben wir festgestellt, dass wir eigentlich den Stein gern für seine Frau und seine Tochter verlegen lassen würden, deren Schicksal in dem Aufsatz so eindrücklich beschrieben ist. Die Stolperstein Initiative in Memmingen prüft die Machbarkeit. Annemarie und Ursula sind nach dem Krieg noch ein zweites Mal zum Opfer geworden und das ist unendlich beschämend und mit diesem Stolperstein möchten wir ihr ein Andenken bewahren.

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