17. April 2015 – Hallo Traunstein, Hallo Trostberg, hallo Traunreut!

Von einer Diskussion an der FOS BOS Traunstein, über einen Besuch des ISG e.V. (Integrative Sozialpädagogische Gruppenarbeit), über ein Mittagessen mit grünen Kolleginnen und Kollegen bis hin zu einem Fachgespräch zu Mobilität in der Demografischen Entwicklung. Herzlichen Dank an Helga Mandl, Kreisvorsitzende der Grünen in Traunstein, für diesen spannenden Tag!

‚Zukunft/Jugend/Europa‘ war das Diskussionsthema an der FOS BOS in Traunstein. Gemeinsam mit Maria Noichl (SPD, Europaabgeordnete) und Klaus Steiner (CSU, Landtagsabgeordneter) bin ich den Schülerinnen und Schüler Rede und Antwort gestanden. Wir haben in der Diskussion einen breiten Bogen gespannt vom Mindestlohn – hier waren wir uns ziemlich uneins mit dem Vertreter der CSU -, Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt und Engagement der jungen Generation über die Frage, ob junge Menschen mit Ängsten ins Leben starten – eine Frage die von vielen Anwesenden mit ‚Zeitmangel‘ und ‚Zeitdruck‘ beantwortet worden ist – oder Chancen, die ’späterer‘ Berufswechsel bietet.
Gerade letztere Frage war mir wichtig. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns als Gesellschaft an den Gedanken gewöhnen müssen, in der Lebensmitte noch einmal die berufliche Richtung zu ändern. Wir werden älter, bleiben länger fit, wir werden länger arbeiten und deshalb wird es zur Normalität werden, dass wir mit 45/50 noch einmal etwas Neues lernen. Weil wir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, unseren einmal erlernten Beruf auszuüben, weil das einmal gelernte überholt ist oder ganz einfach, weil wir für die letzten 15 – 20 Jahre unseres Berufslebens etwas Anderes machen möchten.

Foto Trostberg 2_kleinVon der Schule hat Helga Mandl mich abgeholt und dann ging es auf direktem Weg zur ISG. Conny Streitwieser, Gründerin und Leiterin des ISG, die ich durchaus als streitbare Powerfrau erlebt habe, die für ‚ihre‘ Kinder und Jugendlichen in den Ring steigt, hat mir die ‚Integrative Sozialpädagogische Gruppenarbeit‘ vorgestellt. ISG e.v. ist ein gemeinnütziger Verein und Freier Träger der Jugendhilfe, der sich mit Pädagogen und Ehrenamtlichen für bessere Lebensbedingungen von Traunreuter Kindern und Jugendlichen einsetzt. Besonders die Situation von Migrantenkindern ist ihr, die selber als Kind aus Polen nach Deutschland gekommen ist und weiß, wie es sich anfühlt, fremd zu sein. Spannend fand ich auch die Begegnung mit einem Mann, der als ‚Clearing Stelle‘ zertifiziert, jugendliche Migranten bei sich aufnimmt und sich intensiv um ihre Integration bemüht. Er schickt die Jugendlichen, die er betreut zum Deutschunterricht zum ISG und hat von der großen Bereitschaft der Menschen in seinem Dorf berichtet, die jungen Menschen hier willkommen zu heißen.

Nach dem ‚grünen‘ Mittagessen mit Helga Mandl, der Traunsteiner Stadträtin Gretl Gieneiger, dem Traunreuter Stadtrat Hans Baltin und Helga Zembsch von den Traunreuter Grünen, ging es nach Trostberg zum Fachgespräch zu Mobilität. Ich freue mich, dass die Kolleginnen und Kollegen meinen Themenschwerpunkt Demografie zum Anlass genommen haben, diese Debatte zu ÖPNV in einer älter werdenden Gesellschaft zu veranstalten. Dabei waren der Busunternehmer Karl-Heinz Hövels, der Leiter der RVO-Niederlassung Traunstein Michael Schmidt, Herr Fix vom Seniorenclub der VHS und Vertreter des ACE sowie Herr Sepp Hohlweger KV Traunstein. Eingeladen sind noch ein Vertreter des VCD sowie der Seniorenbeirat der Stadt Trostberg. Wir haben über ‚Rufbusse‘ gesprochen. Es sollte eine Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst geben, die sich aber nicht durchsetzen konnte. ‚Das sieht ja so aus als wäre ich krank‘, haben Viele gesagt, die diesen Bus nicht nutzen mochten. So wie überhaupt die Rufbusse sich nicht richtig durchsetzen können. Aber auch die noch ausstehende Barrierefreiheit vieler Haltestellen gerade im ländlichen Raum und der Busse selber war Thema. Gibt es Rampen in den Bussen, sind die Gänge breit genug oder ist der Gehsteig auf Höhe des Buseinstiegs. Und wie kann der ÖPNV kostendeckend arbeiten? Ich glaube, dass es in unser aller Interesse ist oder sein sollte, dass Bus und Bahn für Junge, Alte, Familien und Berufstätige … eben für Alle überall bezahlbar sein muss. Neben der ökologischen Frage ist es auch eine Frage der Gerechtigkeit und Teilhabe, denn nur etwa die Hälfte aller Menschen verfügt über ein Auto. Ich denke, es ist von Kommune zu Kommune ganz unterschiedlich, wer die Kunden eigentlich sind und welche Bedarfe sie haben. Aber sicher ist, davon bin ich überzeugt: Mobilität für Alle darf nicht mit einer Steigerung des Autoverkehrs einhergehen.

Nach einem langen, spannenden Tag voller Gespräche, voller Begegnungen und neuen, schönen Bekanntschaften ging es schließlich wieder nach Hause zurück. Ich komme gerne einmal wieder zu Euch!

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