17. September 2014 – Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Bayernkaserne, München

imageÜberall hören wir derzeit von überfüllten Flüchtlings-Aufnahmeeinrichtungen und auch in München ist die Lage dramatisch. Ich habe die Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Bayernkaserne in meinem Wahlkreis besucht, um mir gemeinsam mit den Kolleginnen Beate Walter-Rosenheimer, Christine Kamm und Jutta Koller ein Bild von dem Alltag der jungen Menschen zu machen.
In der hoffnungslos überbelegten Einrichtung leben die Jungendlichen auf engstem Raum in unsäglichen Verhältnissen und ohne jegliche Privatsphäre zusammen, immer wieder müssen Aufenthalts- oder Lehrräume zu Schlafräumen umfunktioniert werden. Viele wurden schon in einer Turnhalle und einer Aula untergebracht.
Es sind ganz überwiegend junge Männer, die aus Krisengebieten geflohen sind oder ‚älteste Söhne‘, die von ihren Familien auf den Weg nach Europa geschickt wurden und von Schlepperbanden auf der Schwelle der Einrichtung ‚abgeliefert‘ werden. Viele der Jungen sind von der Flucht so geschwächt und/oder traumatisiert, dass sie die ersten Tage durchschlafen. Die dort beschäftigten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind Eltern-Ersatz, MentorInnen und ‚Wegweiser‘ für die jungen Menschen, aber auf der anderen Seite auch mit umfangreichen Verwaltungsangelegenheiten befasst. Zeit, sich um alles zu kümmern, allen gerecht zu werden, ist eigentlich immer zu knapp.
Der Umgang der CSU mit den Flüchtlingen und Asylsuchenden, gerade mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, ist beschämend und schürt Ressentiments und Ablehnung in der Bevölkerung. Anstatt nach teilweise jahrelanger, kräfteraubender Flucht unter schlechtesten Bedingungen leben zu müssen und Vorurteilen ausgesetzt zu sein, sollten wir den Geflüchteten das Gefühl geben, bei uns willkommen und sicher zu sein.

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