18. Juli 2013 – „Scheiden tut weh – Das Unterhaltsrecht auf dem Prüfstand“

130717 Unterhaltsrecht Lydia DorisEine Trennung ist immer schmerzhaft, niemals ein Spaziergang und das gilt ganz besonders, wenn Kinder betroffen sind.
Aber eine Scheidung hat nicht nur eine emotionale Seite. In vielen Fällen muss Unterhalt gezahlt werden -für die Kinder und auch für den erziehenden Elternteil. Also in der Regel für die Mutter.
In 80% der Fälle funktioniert das. Schwierig wird es bei den restlichen 20% der Unterhaltsfälle. In München allein hat es 2012 etwa 8600 Beistandsschaften gegeben. Fälle, in denen sich die unterhaltberechtigten Elternteile hilfesuchend an das Jugendamt gewandt haben. Immerhin 18,2 Mio. Euro, die eingeklagt werden sollten und die den Müttern zum Lebensunterhalt fehlten.
Oft genug aber finden sich die Frauen nicht nur in der schwierigen Situation wieder, das Recht ihrer Kinder auf Unterhalt per Gericht einklagen zu müssen, auf den sie dringend angewiesen sind. Sie sehen sich auch Anfeindungen ausgesetzt, sie werden als raffgierig und berechnend dargestellt.
Unsere Diskutantinnen Ekin Deligöz, MdB, Cornelia Strasser, Rechtsanwältin, und Eva Zattler von ProFamilia haben die verschiedenen Problemlagen des Unterhaltsrechts beleuchtet.
Besonders schwierig ist offenbar die Durchsetzung der Unterhaltszahlungen. Es gibt viele Fälle, in denen aufgrund von Personalmangel und „mangelnden Erfolgsaussichten“ von der Beistandsschaft gar keine Klage erhoben wird. Kritisch wird auch gesehen, dass die erste Frau den minderjährigen Kindern aus Zweit- oder Drittehen nachrangig behandelt wird. Und problematisch wird auch die hälftige Aufteilung des Kindesgeldes, unabhängig davon, wo die Kinder leben, auf die geschiedenen Eheleute betrachtet.

 

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