18. Juli 2014 – Erste Expertenanhörung der AG Demografie

Grandmother Reading Book to Grand Children.

© belahoche – Fotolia.com

In der Bundestagsfraktion gibt es in dieser Legislaturperiode eine AG Demografie unter meiner Leitung. In ihr beschäftigen wir uns umfassend mit den demografiepolitischen Themenspektrum. Wir arbeiten politikfeldübergreifend mit den jeweiligen Fachabgeordneten zusammen. Die Arbeit ist in vier Themencluster unterteilt, die sich am Lebensverlauf orientieren: erste und mittlere Lebensphase, Best Agers/Alter und All Ages.

Für die erste Expertensitzung „Wie leben und was brauchen Kinder und Jugendliche in einer älter werdenden Gesellschaft“ hatten wir Marco van Santen (Deutsches Jugendinstitut München) und Prof. Raimund Geene (Hochschule Magdeburg-Stendal) zu Gast.

Marco van Santen referierte zu „Kinder- und Jugendhilfe in neuer Verantwortung zwischen Familie und Staat“:
Es wurde deutlich, dass der Staat immer mehr Verantwortung für das Aufwachsen junger Menschen übernimmt und man sich fragen müsse, wie unregulierte Freiräume erhalten bzw. geschaffen werden können. Kindheit und Jugend würden immer weiter institutionalisiert. In manchen Regionen gäbe es so wenige Kinder und Jugendliche, dass sich kaum noch altersgemäße Gruppen und Cliquen finden ließen.

Prof. Raimund Geene sprach zu „Kindergesundheit und Prävention“: Er wies darauf hin, dass Kinder noch nie so gesund wie heute seinen, aber 20 % soziale Schwierigkeiten (Wohnverhältnisse, Wohnumfeld, Ernährung, psychische Probleme) aufwiesen. Gerade diese Kinder seien am schwersten mit den Hilfesystemen zu erreichen, was verändert werden müsse.

Da sich eine Familiengründung als Armutsfalle entwickeln könne und die generationenübergreifende Instabilität zunehme, seien neue Strategien für die Kindergesundheit erforderlich: frühkindliche und familiäre Gesundheitsförderung sowie gesundheitsfördernde Settings. Bereits zuvor müsse Partizipation als Methode zum Befähigen, Vermitteln und Vertreten konsequent erlernt werden.

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