26. August 2015 – Engagierte Flüchtlingshilfe in Baar-Ebenhausen

Doris Wagner tirfft im bayerischen Baar-Ebenhausen Geflüchtete und den dort engagierten Helferkreis

Beim Gespräch mit den Geflüchteten und dem Helferkreis

Viel Licht und wenig Schatten:
Engagierte Flüchtlingsintegration in Baar-Ebenhausen

Ich bin froh und beeindruckt, wie gut und vielfältig die Menschen in Deutschland Flüchtlinge integrieren. Eingeladen von den Grünen in Baar-Ebenhausen um Brigitta Winkelmann traf ich dort unter anderem den ehrenamtlichen HelferInnenkreis und konnte mich über die umfassenden und freundlichen Hilfestellungen der Gesellschaft informieren.

Ich begegnete engagierten Bürgerinnen und Bürgern, unbürokratischer Hilfe und einer ausgeprägten Willkommenskultur für Asylsuchende. Bürgermeister Ludwig Wayand und der zuständige Gemeindemitarbeiter Paul Thaller stellten zunächst die Bemühungen für drei Familien aus Nigeria und Eritrea vor. Die drei Frauen werden bald bzw. wurden vor kurzem Mütter, so dass sich die Gemeinde bemühte, für die angehenden Familien eine eigene Unterkunft zu finden. Zwischenzeitlich habe man ein Haus anmieten können und auch die Zusammenführung eines der Paare sei – nach langen bürokratischen Auseinandersetzungen – gelungen. So zeigten sich die drei Paare sehr zufrieden mit der breiten Unterstützung, die sie von Seiten der Gemeinde und vieler engagierter Menschen aus dem Helferkreis bekamen und bekommen.

Im anschließenden Gespräch mit dem Helferkreis und der Kreisvorsitzenden der Grünen, Kerstin Schnapp, wurde von den Hintergründen und Herausforderungen berichtet. Bürgermeister Wayand formulierte dabei drei Forderungen, die ich gut nachvollziehen kann.

Zum einen wünscht er sich eine unbürokratische Zusammenführung von Familien. Im konkreten Fall habe man mehr zufällig erfahren, dass die kleine Familie getrennt an unterschiedlichen Orten Deutschlands lebte. Nur dank des Einsatzes des Gemeindemitarbeiters sei es nach Wochen gelungen, die Familie in Baar-Ebenhausen zusammen zu führen. Die zweite Forderung Wayands bezieht sich auf den Spracherwerb. In der Gemeinde könne man dank des engagierten Helferkreises Deutschkurse anbieten. Aber gerade angesichts der unterschiedlichen Sprachkenntnisse der Asylsuchenden und der hohen Bedeutung der Sprache für die Arbeitsplatzsuche seien möglichst frühe Sprachkurse durch professionelle Lehrkräfte unerlässlich. Hier erhoffe sich die Gemeinde noch mehr Unterstützung.

Auch die dritte Bitte von Herrn Wayand unterstütze ich: aktuell könne die Gemeinde die ehrenamtliche Arbeit des Helferkreises kaum würdigen. Ein kleiner finanzieller Verfügungsrahmen würde helfen, die ein oder andere Mitwirkung auch zu belohnen. So gebe es aus den Reihen des Helferkreises beispielsweise eine engagierte Frau, die die angehenden Mütter zum Gynäkologen bringt und begleitet. Das Sprachangebot, die Unterstützung bei Behördengängen oder die Hilfe beim Einkaufen seien weitere Angebote an die AsylbewerberInnen. Und wenn ein Fahrrad, ein Kinderwagen oder ein technisches Gerät gebraucht wird, kann der Helferkreis meist auch weiterhelfen, der sich aus der Nachbarschaftshilfe gegründet hat: in der Regel findet sich innerhalb kurzer Zeit der passende Gegenstand im Ort.

Für die Zukunft gibt es noch viele Ideen im Ort: Patenprogramme, damit die Geflüchteten schnell heimisch werden oder die Hilfe bei der Vermittlung und Aufnahme von Praktika könnten weitere Ziele sein. Ich freue mich über die tolle Arbeit in Baar-Ebenhausen und danke den Mitgliedern des Asylkreises ganz herzlich. Hier werden hilfesuchende Menschen willkommen geheißen, schnell integriert und der Zusammenhalt im Ort wird bestärkt.

 

 

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