28. Januar 2014 – Wehrbericht 2013

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Die Bundeswehr schrumpft – die Zahl der Beschwerden steigt. Auf diese Formel lässt sich der Wehrbericht 2013 bringen, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Wie bereits in den vergangenen Jahren zeichnet sein Verfasser, der Wehrbeauftragte des Bundestages Helmut Königshaus, ein wenig erfreuliches Bild vom Alltag der Soldatinnen und Soldaten. Insbesondere die enorme Belastung, die die Arbeit in der Bundeswehr für die Familien der Soldatinnen und Soldaten mit sich bringt, ist für viele Angehörige der Truppe nur schwer zu ertragen: Die ständigen Wechsel des Dienstorts, die Unklarheit darüber, wann und wohin eine Versetzung erfolgt, die häufigen Auslandseinsätze, die damit verbundenen psychischen Folgebelastungen, die Schwierigkeiten, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen – die Klagen der SoldatInnen sind seit Jahren bekannt. Doch geändert hat sich bislang wenig. Kein Wunder also, dass die Bundeswehr zunehmend mit Personalproblemen zu kämpfen hat.

Um den Personalbedarf dauerhaft decken zu können, ist die Bundeswehr dringend darauf angewiesen, auch Frauen für den Dienst in der Truppe zu gewinnen. Zwar ist die Zahl der Soldatinnen 2013 leicht angestiegen (auf heute 18.535). Doch wie die vor kurzem veröffentlichte Studie „Truppenbild ohne Dame“? belegt, ist die Bundeswehr für Frauen bisher alles andere als ein attraktiver Arbeitgeber, vor allem, weil die Mehrheit der männlichen Soldaten ihre weiblichen Kameradinnen in typische Rollenklischees von körperlich schwachen, weniger leistungsstarken Frauen presst, die wegen ihrer weiblichen Reize von Vorgesetzten dennoch bevorzugt werden.

Beide Studien zeigen, wie groß die Aufgabe ist, vor der die neue Verteidigungsministerin von der Leyen steht: Sie muss dafür sorgen, dass Versetzungen wirklich nur dann angeordnet werden, wenn sie unumgänglich sind – und dass sie für die Familien möglichst planbar und zu einem günstigen Zeitpunkt stattfinden. Soldatinnen und Soldaten müssen auf ein verlässliches Netz an Betreuungsplätzen für ihre Kinder zurückgreifen können. Und schließlich muss es der ersten Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums gelingen, allen Bundeswehrangehörigen zu vermitteln, dass und weshalb die Truppe von Soldatinnen profitiert.

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