28. Juni 2014 – „Ein neuer Generationenvertrag für Gleichberechtigung“

Kongress-LogoGenerationenkongress der Böll-Stiftung

Workshop „Ein neuer Generationenvertrag für Gleichberechtigung“

Am vergangenen Wochenende veranstaltete die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin den Kongress „Baustelle Neuer Generationenvertrag“. Es ging darum, gemeinsam Antworten auf Fragen zu finden, die uns umtreiben: Wie nutzen wir die Chancen des demografischen Wandels, ohne die Zukunft zu verspielen? Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Wie unsere Sozialsysteme gestalten? Wie sieht eine generationengerechte Gesellschaft aus? Brauchen wir einen neuen Konsens zwischen den Generationen?

Teil des dreitägigen Programms waren neun parallele Workshops am Samstag, die Bausteine eines neuen Generationenvertrags erarbeiteten. Doris Wagner, demografiepolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, moderierte den Workshop „Ein neuer Generationenvertrag für Gleichberechtigung“. Am Beispiel der Generation Y wurden die Beziehungen zwischen den Altersgruppen und deren geschlechterpolitischen Herausforderungen diskutiert:

Der Einstieg oblag Ursula Kosser, die aus Ihrem Buch „Ohne uns. Die Generation Y und ihre Absage an das Leistungsdenken“ las. Sie beschrieb, dass die Generation der heute ca. 30jährigen sich nicht mit ideologischen Grabenkämpfen beschäftigt oder auf Antworten der Politik wartet, sondern vielmehr ihre Überzeugungen, beispielsweise in der Arbeitswelt oder in den Geschlechterbeziehungen, lebt. Teresa Bücker, Redaktionsleiterin von edition f (einer Onlineplattform für Frauen), erwidert, dass sie sich trotz der angeblichen Entpolitisierung ihrer Generation (Y) als Feministin beschriebe und sich engagiere. In ihrer Jugend hätten ihr weibliche Vorbilder gefehlt,  heute seien es die männlichen Stimmen in der Geschlechterdebatte.
Als konkrete Ergebnisse für Bausteine eines neuen Generationenvertrags wurden diskutiert:

  • Belebung des Generationendialogs: Dies beinhaltet einen Meinungsaustausch auf Augenhöhe zwischen PolitikerInnen, Bürgern und Jungen sowie Debatten, die sich an den Lebenswelten der Menschen orientieren. Eine Absenkung des Wahlalters könnte zudem zur besseren Repräsentation der Jungen beitragen.
  • Hier könnte auch das Verständnis für moderne Lebensentwürfe konstruktiv wirken. Zum einen gelte es, den Eltern Ängste zu nehmen, und zum anderen, die Institutionen den neuen gesellschaftlichen Wirklichkeiten anzupassen.
  • Familienleben sollte explizit auch Männern ermöglicht werden: Dies schließt gleiche Chancen für beide Geschlechter von Geburt an und ohne Einfluss des sozialen Status‘ der Eltern ein. Kita-Datenbanken und die Anpassung ihrer Öffnungszeiten an die neue Arbeitswelt führten konkret zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.WS-ErgebnisseBoell140628
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