28. Mai 2014 – Besuch beim Bayerischen Jugendring

135_kleinBesuch beim Bayerischen Jugendring: Als Sprecherin für Demografiepolitik unserer Fraktion interessiere ich mich natürlich für die Belange von jungen Menschen. So habe ich Matthias Fack, den Präsidenten des Bayerischen Jugendrings getroffen, um zum Einen mich und meine Arbeit vorzustellen und mich zum Anderen über die Arbeit seines Verbandes und die aktuellen Aktivitäten und Herausforderungen zu informieren.

Ein wirklich informatives Gespräch, in dem wir auch verschiedene inhaltliche Übereinstimmungen festgestellt haben. So ging es zum Beispiel darum, wie wichtig es wäre, Jugendlichen wieder mehr Zeit für sich einzuräumen. Zeit, in der sie sich ‚ausprobieren können‘, eigene Erfahrungen sammeln und die sie ganz alleine gestalten können.

Wir sprachen auch über die Problematik, dass bei der Umstrukturierung der gymnasialen Oberstufe von G9 auf G8 nicht die Lehrpläne überarbeitet, sondern vor allem Inhalte verdichtet wurden. ‚Dabei ist das nicht in erster Linie eine Frage von acht oder neun Jahren, sondern es geht um einen vernünftigen Lehrplan und ausreichend Freiräume für die Jugendlichen.“

Mit konkreten Beispielen machte mich Matthias Fack zudem darauf aufmerksam, dass sich Politik wieder mehr für Jugendliche interessieren muss, um diese nicht vollständig abzuhängen. Sei es bei konkreten Einzelprojekten wie zum Beispiel der Debatte um den Jugendsender PULS, der von der Digitalen Frequenz auf UKW wechseln und damit mit dem Klassiksender Bayern 4 den Platz tauschen soll. Oder auch bei Richtung weisenden Entscheidungen wie der Mütterrente. Diese nehmen viele Jugendliche spontan als gerecht wahr, da über Kosten, die damit später einmal auf sie zukommen könnten kaum gesprochen wird und somit auch nicht in der Wahrnehmung der jungen Generation präsent ist.

Viele Konfliktlinien in unserer Gesellschaft spielen sich bewusst oder unbewusst zwischen der jüngeren und der älteren Generation ab. Die Regierungen auf Bundes- und Landesebene schlagen sich in dieser Frage derzeit zumeist auf die Seite der älteren Generation, da diese im Bezug auf eine eventuelle Wiederwahl eine größere Rolle spielt. Hier wäre es Aufgabe der Politik, bei Entscheidungen eben auch auf Generationengerechtigkeit zu achten.

Ein möglicher Lösungsansatz, den der Bayerische Jugendring hier konkret vorschlägt, ist die Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre, um den Anteil der jüngeren Generation in der Wahlbevölkerung zu erhöhen, und damit gegenüber der zahlenmäßig überlegenen älteren Generation einen Ausgleich zu schaffen. Auch wäre es denkbar, durch informellere Partizipationsmöglichkeiten, Jugendliche besser zu beteiligen.

Ein lebhafter Austausch, aus dem ich viele neue Impulse mitgenommen habe. Es wird bestimmt eine Fortsetzung geben.

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