3. Juni 2015 – AG Demografie: Lebenslanges Lernen

Doris Marine

In zehn Jahren wird es in Deutschland 6,5 Mio. Fachkräfte weniger geben. Einmal mehr zeigt sich: Wir brauchen alle. Junge und Ältere, Frauen und Männer, Einheimische und Zugewanderte. Genauso selbstverständlich werden wir immer wieder neu und dazulernen müssen, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Die Halbwertszeit unserer Wissens nimmt immer weiter ab.

In der AG Demografie in der letzten Sitzungswoche hatten wir Alexander Spermann vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) zu Gast, um mit ihm über Weiterbildung in der digitalen Zeit zu diskutieren. Seine These lautetet: Wir können unseren Wohlstand nur erhalten, wenn wir die Produktivität steigern; dafür müssten wir uns durch lebenslanges Lernen immer wieder qualifizieren und Innovationsbereitschaft weiter fördern.

Er führte aus, dass die digitale Entwicklung enorm voranschreite und dabei alle Lebens- und Arbeitsbereiche erfasse und verändere. Fitnessarmbänder, Pflegeroboter und Cloud Comuputing seien hierfür nur einige Beispiele. Als ArbeitnehmerInnen seien wir gefordert, uns stets mit neuen Entwicklungen der Arbeitswelt vertraut zu machen und uns entsprechend fortzubilden.

Aktuell habe die Weiterbildung in Deutschland bedauerlicherweise ein Imageproblem, dabei biete gerade die Digitalisierung neue Chancen und Reichweiten, die es zu nutzen gelte. Statt den heute üblichen Zertifikaten sei es denkbar, Qualifikationen über Credit Points ähnlich des Hochschulsystems zu vergeben. So würden auch Vergleiche und Anerkennungen zwischen Ländern vereinfacht.

Mit den Jobcentern und Arbeitsagenturen sei eine Infrastruktur vorhanden, die für Weiterbildung und Qualifizierung genutzt werden könnte und sollte. Zudem sollten individuelle finanzielle Anreize geschaffen werden, um Weiterbildungen zu fördern.

 

Zum Hintergrund:

In der Bundestagsfraktion gibt es in dieser Legislaturperiode eine AG Demografie unter meiner Leitung. In ihr beschäftigen wir uns umfassend mit den demografiepolitischen Themenspektrum. Wir arbeiten politikfeldübergreifend mit den jeweiligen Fachabgeordneten zusammen. Die Arbeit ist in vier Themencluster unterteilt, die sich am Lebensverlauf orientieren: erste und mittlere Lebensphase, Best Agers/Alter und All Ages.

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