3. März 2015 – Es braucht Einkaufsmöglichkeiten vor Ort

Shopping basket

© Cherries – fotolia.com

Die Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels ist alarmierend: In den letzten 40 Jahren sank die Zahl der Läden um fast drei Viertel, von 150.000 auf 38.000. Und der ländliche Raum leidet stärker als die Ballungsgebiete, wenn ein Geschäft schließt. Der nächste Laden ist oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mühsam und zu Fuß gar nicht mehr zu erreichen. Ein Drittel der Menschen in ländlichen Gemeinden kann daher nicht mehr in Laufnähe einkaufen. 

Wir fragten die Bundesregierung, was sie zu Sicherung der Nahversorgung zu tun gedenkt. Sie verweist in ihrer Antwort auf die wachsende Pkw-Mobilität der ländlichen Bevölkerung, weshalb mangelnde Nahversorgung nicht als Problem wahrgenommen werde. Damit denkt die Regierung viel zu kurz. Die Nahversorgung muss genau jetzt angepackt werden, und zwar auch von Bundesseite. Denn die demografische Entwicklung führt unter anderem zu mehr Hochbetagten – besonders auf dem Land. Ältere und weniger mobile Menschen können sich dann immer schlechter selbstständig versorgen. Großflächige Verkaufsflächen auf der grünen Wiese sind nur mit dem Auto erreichbar. Ländliche Mobilität jenseits des eigenen Pkws ist daher eine zweite wichtige Baustelle, die die Bundesregierung jetzt angehen muss.

Das Wichtigste allerdings ist ein bundesweites Nahversorgungskonzept, an dem sich neue Fördermöglichkeiten orientieren können. Wir appellieren daher an die Bundesregierung, schnellstens die Plattform Einzelhandel ins Leben zu rufen, die sie im Koalitionsvertrag angekündigt hat. Im Sinne regionaler Wertschöpfung muss hier ein Schwerpunkt auf regionale Belieferung und Vermarktung, das regionale Lebensmittelhandwerk und landwirtschaftliche Direktvermarktung gelegt werden. Wir müssen heute aktiv werden, um die demografische Entwicklung und deren Folgen zu gestalten. Das Abwarten der Bundesregierung ist keine Option!

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