31. Juli 2015 – Gratulation an Bau- und Kunsthandwerksschüler

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Ich habe mich gefreut, gemeinsam mit den Absolventen der Berufsschule für Bau- und Kunsthandwerk in München den Abschluss ihrer Ausbildung zu feiern. Zu der festlichen Veranstaltung habe ich eine Rede beisteuern dürfen:

„Liebe Absolventinnen, liebe Absolventen, meine Damen und Herren!

Ich möchte Ihnen, liebe Absolventinnen und Absolventen, ganz herzlich zu Ihrer erfolgreich bestandenen Prüfung gratulieren. Als Lohn für Ihre Anstrengungen halten Sie nun ihr Abschlusszeugnis in den Händen. Für diesen Moment haben Sie hart gearbeitet. Sie haben viel Zeit und Kraft darauf verwendet, Ihre Fähigkeiten zu vervollkommnen. Die Disziplin dafür aufzubringen, war sicher nicht immer leicht. Aber diese Ausbildung, dieser Abschluss ist wert – und ich möchte Sie darin bestärken, Ihre Ziele weiterhin so nachdrücklich zu verfolgen!

Ich bin mir ganz sicher, dass sich Ihre Mühe auszahlen wird. Ihr Wissen und Ihr Können sind Güter, die Ihnen niemand mehr nehmen kann. Ihre Zeugnisse zeigen ganz klar schwarz auf weiß: Hier hat jemand gelernt, Gold, Stein oder Holz zu schönen, praktischen oder nützlichen Dingen verarbeiten. Was Ihr Zeugnis aber auch aussagt, ist: Dieser junge Mensch verfolgt ein Ziel, er hält durch, auch wenn es anstrengend wird. Man kann sich auf ihn verlassen. Und darauf, liebe Absolventinnen und Absolventen, dürfen Sie wirklich stolz sein! Ich freue mich mit Ihnen allen!

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Während der Abschlussfeier

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich auch Ihre Lehrerinnen und Lehrer mit Ihnen und für Sie freuen. Vor ein paar Wochen hatte ich die Gelegenheit, Ihre Schule zu besuchen. Dabei habe ich nicht nur viele schöne Dinge gesehen, die mich begeistert haben, ich habe auch erlebt, mit welchem Engagement Ihre Lehrkräfte hier bei der Sache sind. Ich finde, damit haben Sie ein Riesenglück gehabt!

Sie alle sind heute auf ihrem Berufsweg einen Riesenschritt vorangekommen. Das ist ein Grund zur Freude – für Sie. Es gibt aber auch einen Grund zu Freude für mich: In Zeiten von 3-D-Druckern und digitaler Geschwindigkeit haben Sie sich entschieden, Goldschmied, Steinmetzin oder Holzbildhauer zu werden. Ein traditionelles Handwerk, das Geschicklichkeit, Können, Qualitätsbewusstsein und Zeit erfordert. Aber auch Herzblut, Phantasie und Kreativität, um Dinge zu schaffen, die unser Leben schöner machen. Sie haben sich bei der Berufswahl nicht dem Produkt auf Knopfdruck oder der Welt der unsichtbaren Datenströme zugewandt, die anscheinend heute unser Leben bestimmen.

In Ihren Berufen werden Sie natürliche Materialien befühlen, begreifen und bearbeiten. Sie werden Dinge erschaffen, die auch wir anderen anfassen, befühlen und begreifen können. Und damit erweisen Sie unserer Gesellschaft einen großen Dienst. Denn auch wenn wir alle natürlich längst nicht mehr auf Computer und Internet verzichten können und wollen – das, was uns wirklich berührt, was uns wirklich am Herzen liegt, das sind genau die Dinge, die Sie erschaffen. Ein raffiniert gefertigter Ring. Ein ausgefallener Steinboden. Die Holzschale, die sich ganz wunderbar anfühlt. Sie erschaffen kleine Kunstwerke, die nicht genormt sind, sondern sehr individuell, die uns täglich gute Laune machen und die unsere Sinne ansprechen und das macht Sie Alle für mich ein bisschen besonders und deshalb habe ich mich auch sehr über die Einladung gefreut, hier heute ein Grußwort an Sie zu richten.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Ihre Abschlusszeugnisse, ihre Meister- und Gesellenbriefe, Ihnen die Türen in eine hoffentlich erfolgreiche und glückliche berufliche Zukunft öffnen. In vielen von Ihnen stecken große Talente. Und ich wünsche Ihnen allen sehr, dass Sie Ihr Talent auf Ihrem beruflichen Lebensweg bestmöglich ausleben und einsetzen können.Und deshalb möchte ich Ihnen zum Schluss noch ein Zitat mit auf den Weg geben, das mir gut gefällt und diesen Wunsch in sehr passende Worte fasst, wie ich finde:

„Kunst ist nicht besser oder schlechter als irgendein anderes Feld, aber sie lässt Dinge zu. Dinge, die sonst nicht möglich sind. Etwas auszutesten und herauszufordern ist Teil ihres Wesens.“

In diesem Sinne: Testen Sie! Fordern Sie! Aber bitte lassen Sie uns alle an den Ergebnissen Ihrer Arbeit teilhaben! Alles Gute Ihnen Allen!“

 

 

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