31. März 2015: Ausschreibung zum Demografie-Preis

150331 Demografie-Preis SRzG

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Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) vergibt, angeregt und finanziert durch die Stiftung Apfelbaum, den Generationengerechtigkeits-Preis in Höhe von insgesamt 10.000 €. Mit dem Preis will die SRzG die gesellschaftliche Diskussion über generationengerechte Politik fördern, ihr eine wissenschaftliche Grundlage verleihen und Handlungsperspektiven eröffnen. Die Ausschreibung richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen. Die Wettbewerbsbeiträge sollen 20 bis 40 Seiten umfassen.

Der Demografie-Preis für NachwuchswissenschaftlerInnen 2014/15 wurde ausgeschrieben zum Thema: „Geringe Wahlbeteiligung junger Menschen – Auswirkungen und Abhilfen“


Worum geht es?In vielen Demokratien der Erde gehen ältere Menschen häufiger zur Wahl als jüngere. Bei der deutschen Bundestagswahl 2013 war die Wahlbeteiligung im Durchschnitt 72,4 Prozent. Bei allen Alterskohorten älter als 45 Jahre lag sie darüber, bei allen Alterskohorten unter 45 Jahren jedoch darunter oder genau am Durchschnitt (für die 40- bis 45-Jährigen). Bei den 60- bis 70-Jährigen war die Wahlbeteiligungsquote mit knapp 80 Prozent am höchsten, während die Wahlbeteiligung bei den 18- bis 21-Jährigen mehr als 15 Prozentpunkte niedriger lag.

Auf Bundesländerebene lässt sich die Problematik eines Anstiegs des Medianwähleralters feststellen. Dies gilt insbesondere dort, wo der demografische Wandel noch stärker fortgeschritten ist und sich die Wahlbeteiligung zwischen Jung und Alt besonders stark unterscheidet, wie in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin. Besonders groß waren die Unterschiede in der Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2011 in Sachsen-Anhalt. Dort lag die Beteiligung der 18- bis 20-Jährigen bei nur noch 33,5 Prozent, während die 60- bis 69-Jährigen mit 58,2 Prozent weitaus aktiver von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

Kurzum: Die Wahlbeteiligung unterscheidet sich nach Lebensalter, wobei Alters- und Generationeneffekte zu unterscheiden sind. Letztere gehen davon aus, dass Partizipation nur durch Partizipation gelernt wird, dass also eine Kohorte, die schon mit 16 Jahren das Wahlrecht bekommt, über ihr ganzes Leben eine höhere Wahlbeteiligung aufweist als eine Kohorte, die erst später anfangen durfte zu wählen.Die Frage, ob der demokratische Wahlakt von einer Bürgerpflicht zu einer „Zwangspflicht“ umgestaltet werden sollte, ist interdisziplinär und z.B. für Philosophen und Politikwissenschaftler interessant. Alternative Maßnahmen zur Steigerung der Wahlbeteiligung jüngerer Altersgruppen könnten auf eine Erleichterung des Wahlaktes selbst abzielen, zum Beispiel durch E-Voting oder Vereinfachung der Briefwahl.

Diese Frage ist für Soziologen interessant, die Unterschiede im (politischen) Partizipationsverhalten zwischen Jung und Alt untersuchen und sich den Charakteristika der „Generation Internet“ widmen.

Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Wettbewerb finden sich unter www.generationengerechtigkeit.de

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