4./5. Mai 2016 – Jordanien: Women in Parliament Global Forum

imageIch habe an der Konferenz ‚Women in Politics: Fast Forward‘ organisiert von WIP teilgenommen. WIP, Women in Parliament Global Forum, ist ein internationales Netzwerk von weiblichen Abgeordneten aus nationalen Parlamenten und dem Europäischen Parlament.

Besonders wird solche eine Reise immer auch, wenn man interessante Menschen kennen lernt. Ich habe mich gefreut, in Amman einige deutsche Vertreterinnen des GIZ kennen zu lernen. Insbesondere habe sie mir von zwei Projekten berichtet.
imageDas eine ist ein Projekt zum Empowerment von Politikerinnen auf kommunaler Ebene, insbesondere Stadträtinnen. Sie werden bei ganz konkreten Projekten unterstützt und gewinnen dadurch Sichtbarkeit und Anerkennung in ihren Kommunen.
Das andere Projekt unterstützt Jordanien bei der Bewirtschaftung seiner Wasserressourcen. Jordanien gehört zu einem der wasserärmsten Länder der Welt und das Ziel ist eine effiziente und nachhaltige Nutzung dieser Wasserressourcen.

imageNeben den spannenden Panels im Plenum hat es zahlreiche Workshops zu den unterschiedlichsten Themen gegeben. Für mich persönlich war das spannendste Panel:
‚The promise of peace – The impact of women in conflict prevention, peacekeeping and conflict resolution‘. Laut UN Women sind nur 9% aller FriedensmediatorInnen und 3% aller PeacekeeperInnen Frauen und immer noch sind Frauen weitgehend von Friedensverhandlungen ausgeschlossen. Aber Frauen sind Agents of Change! Vor Ort, als Verhandlerinnen, als Peacekeeperinnen, als Soldatinnen. Auf der anderen Seite werden Frauen immer noch als ‚Kriegswaffe‘ missbraucht; das ist ein Kriegsverbrechen und wir müssen uns mit aller Kraft dagegen stemmen. Dazu gehört auch, dass wir uns um von Krieg, Vergewaltigung und Flucht traumatisierte Frauen kümmern. Der deutsche Aktionsplan zur Umsetzung der UN Resolution 1325 wird in diesem Jahr 2016 überprüft.

imageMara Marinaki vom European External Action Service hat beschrieben, dass die ‚Women, Peace and Security Agenda‘ auf vier Säulen fußt:

  1. Participation and Representation
  2. Prevention
  3. Protection
  4. Und jetzt müssen wir von Commitment zu Accomplishment weiter gehen!
    Gerade mit diesem letzten Punkt ist sie sich mit Bineta Diop völlig einig.

Die Begegnung mit eben jener Bineta Diop war mein ganz persönliches Highlight dieser Reise. Als Vertreterin der Afrikanischen Union ist sie Special Envoy for Gender, Peace and Security. Frau Diop war Sprecherin auf diesem Panel und war als Sprachrohr der afrikanischen Frauen in Krieg und Krisensituationen mehr als überzeugend. Immer wieder hatte ich während der Konferenz nach ihr Ausschau gehalten, um mich mit ihr bekannt zu machen. Leider vergeblich.
Aber dann vor der Rückreise am Flughafen sind wir mitten in der Nacht ganz zufällig aufeinander getroffen und haben zwei Stunden lang über einem Glas Wein geplaudert. Was für eine tolle Begegnung mit einer großartigen Frau, die sich seit Jahrzehnten für Frauenrechte insbesondere in Afrika einsetzt, nicht müde wird die Konfliktherde und Kriege auf ihrem Kontinent zu besuchen und auf Verbesserungen der Situation von Frauen zu dringen. (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Binet_Diop)
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‚We have had enough declarations, statements resolutions! It’s time for action!‘ Wer kennt eigentlich die Aktionspläne, wer setzt sie um? Wer finanziert die Maßnahmen? Ich hoffe, die Überprüfung des deutschen Aktionsplans wird uns tiefere Einblicke auch in diese Fragen geben. Sie hat die Frage aufgeworfen, warum wir eigentlich immer nur diejenigen zu Friedensverhandlungen einladen, die die Waffen in den Händen halten …

Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit zu diesem Gespräch.

 

 

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