4. März 2016 – Podiumsdiskussion: „Wehrhafte Frauen“

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Mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (rechts) und Hauptmann Aline Audörsch (Mitte)

„Ich habe in all den Jahren schon ein etwas breiteres Kreuz aufgebaut.“ So diplomatisch brachte Hauptmann Aline Audörsch gestern Abend auf den Punkt, was viele Frauen in der Bundeswehr erleben: Sie werden nur selten offen diskriminiert. Aber allzu empfindlich sollten sie bitteschön auch nicht sein.

Mit Blick auf den Internationalen Frauentag hatte die Vertretung des Saarlands in Berlin zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, bei der ich mit Hauptmann Aline Audörsch, mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Staatssekretärin im Verteidigungsministerium Dr. Katrin Suder darüber diskutiert habe, wie es den Frauen in der Bundeswehr 15 Jahre nach Öffnung aller Laufbahnen eigentlich geht – und was wir noch tun müssen, um die Bundeswehr tatsächlich geschlechtergerecht zu machen.

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Mit der Staatssekretärin Dr. Katrin Suder (links) und Kramp-Karrenbauer (Mitte)

Ich bin der Ansicht: Mit dem Bundeswehrattraktivitäts-steigerungsgesetz, das der Bundestag 2015 verabschiedet hat, ist es nicht getan. Entscheidend ist, dass die neuen Regeln, etwa zur Teilzeit oder zur Wochenarbeitszeit, auch umgesetzt werden. Was wir dazu vor allem brauchen, ist ein Wandel der noch immer sehr männlich geprägten Organisationskultur in der Bundeswehr. Die Leistung von Frauen zählt genau so viel wie die Leistung der Männer. Frauen, die in Teilzeit arbeiten, sind nicht per se ungeeignet, eine Führungsposition zu bekleiden. Und die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit hängt nicht vom biologischen Geschlecht ab.

Erst, wenn solche Erkenntnisse in der Bundeswehr zu selbstverständlichen Grundsätzen geworden sind, werden die Zeiten, in denen Soldatinnen ein extra-breites Kreuz benötigen, wirklich vorbei sein. ​

 

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