4. November 2014 – ‚Lebensvielfalt macht Schule‘ – Fachgespräch AG Demografie

Foto Meral Cerci

© Meral Cerci

Die Benachteiligung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund ist leider weiterhin Realität: Sie besuchen seltener Kitas,sind an Hauptschulen über- und an Gymnasien unterproportional vertreten, besuchen häufiger Förderschulen und studieren seltener.

In unserer Fraktions-AG Demografie haben wir uns heute mit der Frage befasst, was Schule in der Einwanderungsgesellschaft braucht. Hierzu konnten wir mit Meral Cerci, Bildungsforscherin an der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf, eine äußerst kompetente Expertin begrüßen.

Meral Cerci wies uns darauf hin, dass sich die Einwanderer in unterschiedliche sozio-kulturelle Milieus einordnen lassen, die sich durch ihre soziale Lage und ihre Grundorientierung klassifizieren. Eine hohe Bildungsaspiration durchzieht alle Milieus.

Eine große Herausforderung ist die interkulturelle Öffnung von Schule: Eine zentrale Rolle kommt hier den Lehrkräften zu, da Bildungschancen und –barrieren stark von der Unterstützung abhängen. Auch den Eltern ist eine Wertschätzung der kulturellen Vielfalt wichtig, weshalb die interkulturelle Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer nicht zu vernachlässigen ist. Die Einstellung von LehrerInnen mit Migrationshintergrund ist dabei nur eine Option. Die Schulen sollten sich der Ressourcen der Eltern mit Migrationshintergrund bewusst sein und diese mehr nutzen. Das frühzeitige Einbeziehen und die Bildung der Eltern ist ein wichtiger Faktor für den Bildungserfolg der Kinder.

Zum Hintergrund:
In der Bundestagsfraktion gibt es in dieser Legislaturperiode eine AG Demografie unter meiner Leitung. In ihr beschäftigen wir uns umfassend mit den demografiepolitischen Themenspektrum. Wir arbeiten politikfeldübergreifend mit den jeweiligen Fachabgeordneten zusammen. Die Arbeit ist in vier Themencluster unterteilt, die sich am Lebensverlauf orientieren: erste und mittlere Lebensphase, Best Agers/Alter und All Ages.

Share