5. Oktober 2015 – Antrag zur Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge

Kind auf der Flucht

Kind auf der Flucht © Kobold – Fotolia.com

Bürgerkriege, Armut, Klimawandel und internationale Konflikte haben weltweit zu Flucht und Migration in einem bisher nicht gekannten Ausmaß geführt. Das UN Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass im Jahr 2015 weltweit etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht sind, darunter viele Kinder und Jugendliche. Immer mehr von ihnen flüchten allein, ohne ihre Eltern. Diese Kinder und Jugendliche brauchen unseren besonderen Schutz. Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet Deutschland, das Kindeswohl bei allen Fragen der Versorgung und Verteilung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge vorrangig zu berücksichtigen.

Deshalb haben wir als Grüne Bundestagsfraktion einen Antrag für die Sicherung des Kindeswohls bei der Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge eingebracht. Wir fordern, dass die Verteilung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen nicht nach einem starren Verteilungsschlüssel erfolgt. Vielmehr müssen die Bedürfnisse der minderjährigen Flüchtlinge im Mittelpunkt stehen. Sie sollten möglichst ihren Reisezielen entsprechend sowie in der Nähe von Freunden oder Familienangehörigen untergebracht werden.

Viele der jungen Flüchtlinge kommen mit einer Fluchtgeschichte in Deutschland an, die sie traumatisiert hat. Sie benötigen eine intensive medizinische, therapeutische und psychologische Behandlung. Wir fordern die Bundesregierung zudem auf, gemeinsam mit den Ländern und Kommunen ein Netzwerk von Übersetzern und Therapeuten aufzubauen. Nur wenn Kinder sich in ihrer Muttersprache ausdrücken können, ist es möglich, sie auch angemessen zu beteiligen.

Darüber hinaus brauchen die Aufnahmekommunen geeignetes und im Umgang mit jungen Flüchtlingen geschultes Personal. Ob Vormund, Pflegefamilie oder Betreuerinnen und Betreuer: Menschen, die sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmern, müssen über ein hohes Maß an altersgerechter und interkultureller Kompetenz verfügen. Deshalb halten wir den Aufbau von Schwerpunktjugendämtern, in denen die Kompetenzen im Umgang mit Flüchtlingskindern gebündelt werden, für sinnvoll.

Wir wollen jungen Flüchtlingen eine echte Perspektive geben, damit sie in Deutschland heimisch werden können. Dazu gehört ein gesicherter Aufenthaltsstatus während der Zeit einer Berufsausbildung und der ersten Berufserfahrung danach.

Unseren Antrag finden Sie hier.

 

 

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