7. Januar 2016 – Kassenpatienten warten in Bayern länger auf Termine

160107 Wartezeiten Grafik http://www.tz.de/bilder/2015/12/29/5995912/24461729-krankenkarte.pdf

Übersicht zu den Wartezeiten – © Screenshot von tz.de

Viele Medien berichten über meine Studie zu Wartezeiten für Kassen- und Privatversicherte in Bayern.

Die ungleiche Behandlung von privat und gesetzlich Versicherten hat wahrscheinlich jeder von uns schon mal erlebt. Mich hat interessiert, wie groß die Unterschiede bei den Wartezeiten in Bayern wirklich sind: Es sind im Schnitt 23 Tage.

Die Ergebnisse meiner Studie

In einer telefonischen Erhebung habe ich 350 Facharztpraxen anrufen lassen und um einen Termin gebeten – einmal als privat und einmal als gesetzlich Versicherte. Das Ergebnis: Es gibt regionale Unterschiede – im Allgäu oder in Bayreuth wartet man 27 Tage, in München „nur“ 19 Tage. Bei knapp einem Drittel der Praxen sind die Unterschiede bei den Wartezeiten gering, dafür bei einigen Ärzten auch über 100 Tage. Zudem deutet sich der Trend an, dass in ländlichen und strukturschwachen Gebieten Kassenpatienten länger auf einen Termin warten müssen.

Die komplette Studie zum Nachlesen finden Sie hier: Endfassung Bayern_Wartezeiten

Meine Pressestatements

Gegenüber den unterschiedlichen PressevertreterInnen habe ich unter anderem erklärt:

„Es ist nicht hinnehmbar, dass es solche Unterschiede gibt. Gerade für Kassenpatienten mit ernsthaften Problemen. Wenn Ärzte aber für einen Privatpatienten mehr als das doppelte an Honorar bekommen, ist eine Bevorzugung bei der Terminvergabe nachvollziehbar. Das wollen wir mit einer Bürgerversicherung ändern. Hier zahlen alle nach ihrer Leistungsfähigkeit in einen gemeinsamen Topf ein und der Arzt hat keine Gründe bestimmte Patienten zu bevorzugen.“

„Die Erhebung zeigt einen Trend auf, dass besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen mit einem höheren Altersdurchschnitt der Bevölkerung die Wartezeiten für Kassenpatienten länger werden. Der demografische Wandel darf nicht dazu führen, dass bestimmte Gebiete bei der Arztversorgung abgehangen werden.“

„Die von der großen Koalition geplanten Terminservicestellen sind teilweise sinnvoll. Sie werden aber nicht die großen Unterschiede bei der Terminvergabe verändern. Die meisten Kassenpatienten bekommen einen Termin innerhalb eines Monates, aber eben am Ende dieses Zeitraumes.“

In vielen Medien wurde meine Studie aufgegriffen, hier eine Auswahl:

 

 

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