7. Oktober 2014 – Kinder und Jugendliche in der Stadt und auf dem Land

Raum AG-Demografie

Mit dieser tollen Aussicht tagen wir im Jakob-Kaiser-Haus.

Zweite Expertensitzung unserer AG Demografie

Als Leiterin der AG Demografie habe ich mich sehr über die zwei Experten in unserer AG gefreut:

Zu Beginn sprach Holger Hofmann, der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, zu Kindheit und Jugend in der Stadt. Er machte darauf aufmerksam,dass Kinderrechte in vielen Kommunalverwaltungen bisher kaum berücksichtigt würden. Dies ändere sich nur langsam. Eine Herausforderung läge darin, Jugendliche aus allen Milieus zielgruppengerecht anzusprechen, um ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Dazu müssten frühzeitig Angebote geschaffen werden, die kontinuierlich und langfristig angelegt seien, die Möglichkeiten zur Selbstorganisation eröffneten und transparent seien.

In den Bereichen Gesundheit, öffentlicher Raum, Spiel- und Streifmöglichkeiten und Evaluation von Maßnahmen sehe er weiteren Handlungsbedarf. Konkrete Maßnahmen könnten flächendeckendes Tempo 30, Ausgleichsflächen und ein Verbandsklagerecht für Kinder- und Jugendverbände sein.

 

Im Anschluss referierte Karin Silbe zu „Junge Menschen im ländlichen Raum“. Sie ist die Bundesvorsitzende der Katholischen Landjungendbewegung (KLJB), einem der größten Jugendverbände in Deutschland. Sie regte an, den ländlichen Raum als Querschnittsthema zu begreifen statt weiterhin ressortspezifisch zu bearbeiten. Die KLJB habe konkrete Vorschläge hierzu in ihrem Verbandsschwerpunkt „Land schafft Zukunft“ 2011 bis 2013 ausgearbeitet.

Sie appellierte, in sozialräumlichen Zusammenhängen zu denken, um für junge wie alte Menschen attraktive Wohnumfelder zu schaffen. Flächennutzungskonzepte sollten stärker nachhaltigen Kriterien entsprechen und ebenfalls stärker ressortübergreifend erarbeitet werden. Gerade in den Programmen zur Regionalentwicklung sähe sie dafür Spielraum.

Den drängendsten Handlungsbedarf im ländlichen Raum sehe sie in der Sicherstellung der Mobilität (insbesondere des ÖPNV) und im flächendeckenden Breitbandausbau.

 

In der anschließenden Diskussion vertieften wir weitere Aspekte wie

  • die bessere Verzahnung von Bund, Ländern und Kommunen
  • kindgerechtes Wohnen in der Stadt
  • flächendeckende Kinderbetreuung auf dem Land
  • Kinder- und Jugendparlamente oder
  • die Zukunft der Arbeit in der Region

 

Zum Hintergrund:

In der Bundestagsfraktion gibt es in dieser Legislaturperiode eine AG Demografie unter meiner Leitung. In ihr beschäftigen wir uns umfassend mit den demografiepolitischen Themenspektrum. Wir arbeiten politikfeldübergreifend mit den jeweiligen Fachabgeordneten zusammen. Die Arbeit ist in vier Themencluster unterteilt, die sich am Lebensverlauf orientieren: erste und mittlere Lebensphase, Best Agers/Alter und All Ages.

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