Ein wirklich „offener“ Jugendtreff

Mit Leiterin Nanne Dudowitz und Mitarbeiter Christian Sölling im „Neuland“

24. April 2017 – „Für viele Jugendliche ist das »Neuland« ein zweites Wohnzimmer“, sagt Nanne Dudowitz, die Leiterin des offenen Jugendtreffs in der Neuherbergstraße. Ich habe sie und ihre Einrichtung besucht und gleich sehr gut verstanden, warum. Hinter der glatten, nüchternen Fassade befinden sich einladende Räume, was mich angenehm überrascht hat. Mich beeindrucken das breite Angebot, das abwechslungsreiche Programm und die offene Atmosphäre des Hauses sehr. Es gibt ein gemütliches Café mit Küche, Sport- und IT-Raum, eine Holzwerkstatt, Billardzimmer. Und, ganz wichtig, einen Rückzugsort nur für Mädchen. „Manche finden hier auch eine Ersatzfamilie“, erzählt Frau Dudowitz.

In der kürzlich veröffentlichten Münchner Jugendumfrage habe ich gelesen. dass fast 60% der jungen Menschen in der Stadt wirkliche Aufenthaltsmöglichkeiten vermissen, Plätze also, an denen sie willkommen sind. Es gibt zu wenig Treffpunkte, wo sie ungestört (und ohne zu stören) z.B. Basket- oder Fußball spielen können. Das ist auch im Münchner Norden nicht anders und das „Neuland“ an der Nordhaide damit eine positive Ausnahme.

Der weitaus größte Teil der Jugendlichen hat einen Migrationshintergrund, die Einrichtung ein entsprechend „großes Einzugsgebiet“, sagt Frau Dudowitz und deutet auf verschiedene Länder einer Weltkarte. Zahlreiche Herkunftsländer sind markiert und weisen auf die verschiedenen Heimaten der Besucher hin. Viele BesucherInnen kommen sehr oft, es gibt durchaus „Stammgäste“, die der Einrichtung, die für ein Publikum im Alter von ca. 13 bis 18 Jahren konzipiert ist, auch nach ihrer Volljährigkeit noch treu bleiben. „Manche wollen sogar selbst soziale Arbeit studieren, um später ebenfalls in einer Jugendeinrichtung zu arbeiten“, erzählt die Leiterin. Darauf können sie und ihr Team stolz sein, wie ich finde, beweist es doch, wie erfolgreich ihr Konzept ist.

Vielen Dank an Nanne Dudowitz und ihren Kollegen Christian Sölling für den Einblick in ihre wichtige Arbeit und die interessante Hausführung – und an Bianca Hegmann für die nette Begleitung!

 

Share