Für den 27. November 2015 – Jetzt anmelden! Fachgespräch zum Männerbild der Bundeswehr

Doris Wagner

Am 27.11. findet mein Fachgespräch „Kamerad (w). Was Soldatinnen für das Männerbild der Bundeswehr bedeuten“ statt.

Seit dem 01.01. 2001 stehen alle militärischen Laufbahnen der Bundeswehr auch Frauen offen. Aktuell leisten rund 19.000 Soldatinnen ihren Dienst bei der Bundeswehr. Die vollständige Öffnung der Männerdomäne Bundeswehr für Frauen hat Auswirkungen auf die interne Unternehmenskultur der Streitkräfte.

„Durch die Frauen verändert sich die Bundeswehr zum Schlechteren.“ Dieser Ansicht waren 57 Prozent der männlichen Bundeswehr-Soldaten, die 2011 für die Studie „Truppenbild ohne Dame?“ befragt wurden. Viele Soldaten meinten damals, Frauen seien als militärische Vorgesetzte ungeeignet. Sie seien dem harten Leben im Feld nicht gewachsen. Und sie setzten ihre Weiblichkeit gezielt ein. Klar ist somit: Auch fünfzehn Jahre nach der Öffnung aller militärischen Laufbahnen für Frauen stellt die Integration der Soldatinnen in die Bundeswehr eine große Herausforderung dar. Doch wie kann diese Integration tatsächlich gelingen?

Die Bundesregierung setzt darauf, mit finanziellen Anreizen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Dienst und Familie auch Frauen für die Bundeswehr zu begeistern. Vernachlässigt wird dabei die „Unternehmenskultur“ der Bundeswehr: Nach wie vor sind Umgangston, Rituale und Gruppenbildungs­­prozesse geprägt von jener „hegemonialen Männlichkeit“ (Connell), mit deren Hilfe sich Männer eine dominante soziale Position sichern. In unserem Fachgespräch wollen wir deshalb fragen: Unter welchen Bedingungen arbeiten Soldatinnen heute? Weshalb ist es so schwierig, das in der Bundeswehr vorherrschende Männlichkeitsbild zu verändern? Welche Bedeutung hat dabei das Konstrukt der Kameradschaft? Und wie können wir dafür sorgen, dass die Streitkräfte zu einem tatsächlich diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld werden?

Ich lade Sie herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

Das Programm sowie den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

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