Pressemitteilung: Da sehen wir ganz schön alt aus

2. Münchner Jugendbefragung 2016

24. März 2017 – Meine Presseerklärung zur zweiten Münchner Online-Jugendbefragung, die der Kreisjugendring München-Stadt durchgeführt hat:

„Man muss sich das vorstellen: Die Münchner Jugendlichen haben Angst, sich ihre Stadt nicht leisten können. Wenn die Verantwortlichen im Rathaus darauf keine Antworten finden, verspielen sie sehenden Auges unsere Zukunft.“

Die meisten der rund 1.400 Münchnerinnen und Münchner zwischen 15 und 21 Jahren, die vom Aktionsbündnis „Wir sind die Zukunft“ im vergangenen Jahr befragt wurden, mögen ihre Stadt. Und sie wollen gern bleiben. Eigentlich. Zugleich befürchten sie aber, dass sie hier sehr bald keinen Platz mehr finden werden. Der Wohnraum zu knapp, die Mieten zu teuer, die Löhne, die sie erwarten können, zu niedrig. Zwei Drittel der Jugendlichen haben mittlerweile den Eindruck, dass hier „vor allem die Reichen das Sagen haben“. Ein Teilnehmer der Umfrage schreibt sehr deutlich zur Münchner No-Future-Politik: „Gentrifizierung und teure Wohnpreise sind dabei, München zu einem Einheitsbrei des Kommerz und Schickimicki umzuwandeln.“

OB Dieter Reiter verspricht sich durch die Befragung „eine breite Sensibilisierung und erhöhte Toleranz für die Rechte, Bedürfnisse und Interessen von jungen Menschen“. Was konkret getan wird, dass München eine Stadt für die Jugend bleiben kann, verrät er allerdings nicht. Weil er weiß, dass die Stadt schon einen großen Teil ihrer Zukunftsoptionen auf dem Immobilienmarkt verhökert hat. Wir brauchen eine Kehrtwende, bevor es zu spät ist: Die Stadt muss weit stärker als bisher bezahlbaren Wohnraum fördern, Zukunftsmodelle für alternative Wohnformen unterstützen, jungen Menschen die Möglichkeit geben, hier ihre Existenz zu sichern. „Anderenfalls sehen wir hier bald sehr alt aus. Im wahrsten Sinne des Wortes.“

Share